Atmen – Anker für innere Klarheit

Kennen Sie dieses Gefühl? Durch den Tag hetzen, ohne Plan und Überblick, ohne Kontakt zum gegenwärtigen Moment, der Geist meilenweit vom Körper entfernt?

Wir „ticken“ alle ähnlich

Nun – wir nehmen an: Es ist niemandem gänzlich unbekannt. Der menschliche Geist ist kreativ und erfinderisch und nicht immer bei einer Sache. Er ist häufig laut, unruhig, zweifelnd und beurteilend. Martina, berufstätige Mutter zweier Kinder, gewährt Einblick in ihren beispielhaften inneren Dialog:

Es war abends, als sie wieder einmal vom Erdgeschoss in den ersten Stock hetzte, um die Kinder zum Zähneputzen zu animieren. Im Kopf ging sie das Gespräch mit ihrer Arbeitskollegin durch, die ihr mangelnde Organisationsfähigkeit unterstellt. Noch dazu hatte sie das letzte Mal gemeint, Martina müsse lockerer werden. Die hat leicht reden … Als nächstes inneres Bild kam in Gedanken der Vorgesetzte hoch, der am Vortag kritisch ihr Beschlussprotokoll kommentiert hatte. Das nächste wird besser, das nahm sie sich in dieser Sekunde vor. Da fiel ihr die E-Mail ein, die morgen früh rausgehen musste. Morgen früh … der Arzttermin … und auch noch das Autoservice. Wie sollte sich das alles ausgehen? In diesem Moment stellte sie fest, dass die Kinder immer noch nicht im Badezimmer waren und sie sich vor dem Abendessen mit den Müllers (ihr Mann rief sie bereits lautstark von unten) noch die Haare waschen wollte. Zu allem Überfluss hatte sie noch die Jogginghose an.

Autopilot an oder aus?

Haben Sie sich wiedererkannt? Auch wenn Sie über frisch gewaschene Haare verfügen und keine Kinder haben? Viele von uns werden in manchen Situationen vom „Autopiloten“ übernommen, der mit dem Geist quasi Gassi geht – wir stehen sprichwörtlich „neben uns“ und agieren vernebelt und wie von Sinnen.

Schreibtisch-Coaching, Workshops Ordnung am Arbeitsplatz

Werden Sie sich der Macht ihrer Gedanken bewusst! Ein Weg führt über Achtsamkeit, die Grundlage einer Jahrtausende alten Tradition der Meditation. Achtsamkeit hat nichts mit positivem Denken oder dem Stoppen von Gedanken zu tun. Es geht vielmehr darum, sich des Wesens des Geistes bewusst zu werden und ihm „Futter“ zu geben. Ein pragmatischer Weg führt über MBSR mit wirksamen Übungen gegen Stress, mit kommfit auch öffentlich und firmenintern vertreten.

Achtsamkeit auf den Atem – Futter für die Gedanken

Ein Anker, um sich besser im Hier und Jetzt zu spüren, bietet der Atem: Atem ist Leben. Er ist immer gegenwärtig und er fließt ganz von alleine, ohne dass wir etwas dazutun müssen – wir müssen ihn nur sein lassen. Je nach Stimmung verändert sich auch unser Atem. Unter Stress wird er kürzer und flacher; er wird langsamer und voller, wenn wir uns wohl fühlen. Kaum spürbar ist er, wenn uns vor lauter Angst („Enge“) der Atem stockt. Er begleitet uns die ganze Zeit, privat und beruflich. So kann er als Hilfsmittel dienen – wie ein Anker, der uns stabilisiert, wenn wir uns ihm ganz bewusst zuwenden. Jede Sekunde unseres Lebens können wir unseren Atem beobachten und uns selbst durch diese Zuwendung zentrieren und beruhigen. Das Einzige, was Sie für achtsames  Atmen tun müssen, ist das Ein- und Ausatmen auf eine entspannte, offene und neugierige Art und Weise zu beobachten und zu spüren. Den Atem und die Gedanken nicht verändernd, sondern nur betrachtend – kommen und gehen lassen. Achtsamkeit im Alltag oder in der Meditation bedeutet nicht, Gedanken oder Gefühle zu stoppen. Wir geben ihnen lediglich Futter – im Vordergrund – und lassen sie weiterziehen – im Hintergrund.

MBSR ist ein pragmatischer Weg für mehr Klarheit

Mit einiger Übung können Sie den Atem nutzen, um sich in eine Situation hinein zu entspannen oder sich besser zu konzentrieren. In einem MBSR-Kurs (achtsamkeitsbasierte Stressreduktion nach Dr. Jon Kabat-Zinn) lernen Sie neben der Achtsamkeit auf den Atem viele andere, wirksame und nachhaltige Übungen gegen Stress. Hier und Jetzt!